Pascal Atzler überragend bei Informatik-Olympiaden

Teilnehmer der Internationalen Informatik-Olympiade (IOI): Pascal Atzler zweiter von rechts.

In diesem Beitrag berichtet Pascal Atzler über seine überaus erfolgreiche Teilnahme an den renommierten Informatik-Wettbewerben BOI (Baltische Informatik-Olympiade) und IOI (Internationale Informatik-Olympiade). Die Winfriedschule gratuliert zu den herausragenden Leistungen sehr herzlich und wünscht für das Abitur und den darauffolgenden beruflichen Werdegang alles Gute!

Pascals Reisebericht:

Vorgeschichte
In 2021 habe ich in der 9. Klasse das erste Mal am Bundeswettbewerb Informatik teilgenommen. Durch mein Ergebnis in der zweiten Runde konnte ich mich für das Online-Auswahlverfahren und schließlich für die Lehrgänge zur Auswahl für die internationalen Informatik-Olympiaden qualifizieren. Auch in den nächsten Jahren habe ich immer wieder am Bundeswettbewerb und dem Auswahlverfahren teilgenommen, bis ich es schließlich (bei meiner dritten Teilnahme) in die Endrunde des Bundeswett­bewerbs geschafft habe und dort Bundessieger wurde. Anschließend ist es mir bei den ersten beiden Auswahllehrgängen gelungen, mich für die 31. Baltische Informatikolympiade (BOI) 2025 in Toruń, Polen zu qualifizieren.

BOI
Als Teil des deutschen Teams1 aus 6 Schülern ging es am 25.04.2025 mit dem Zug nach Polen. Nach der Opening Ceremony konnten wir das Contestsystem in der Practice Session testen. An den nächsten beiden Tagen fanden schließlich die fünfstündigen Contests statt, in welchen jeweils drei Aufgaben zu lösen waren. Bei diesen ist für jede Aufgabe ein Programm (oder mehrere, da realistischerweise ein Versuch nicht ausreicht) in C++ zu schreiben, welches das Problem der Aufgabenstellung oder zumindest einige Teilaufgaben löst. Diese Programme werden dann automatisch vom Contestsystem auf vielen Testfällen ausgeführt und es gibt Punkte, wenn das Programm alle Testfälle einer (Teil-)Auf­gabe korrekt löst. Dabei muss es allerdings auch schnell genug sein, da es für jede Ausführung des Programms ein Zeitlimit gibt.

Das deutsche BOI-Team (Pascal Atzler in der oberen Reihe ganz rechts), Quelle: BWINF

Neben den Contests gab es natürlich auch noch andere Aktivitäten und Exkursionen, wie eine Stadtrallye nach dem ersten Contest und einen Ausflug zum astronomischen Observatorium der Nikolaus-Kopernikus-Universität (welche der Veranstalter der Olympiade war). Ansonsten hatten wir auch immer wieder Freizeit, in der es möglich war, mit den anderen Teams zu spielen. Am letzten Tag vor der Abreise haben wir noch eine Burg besichtigt, bevor wir in der Closing Ceremony unsere Medaillen erhalten haben. Mir ist es gelungen, eine Bronzemedaille zu erhalten, während das deutsche Team insgesamt zwei Goldmedaillen und drei Bronzemedaillen erhielt.

IOI
Nach der BOI ist es mir dann im dritten Auswahllehrgang auch noch gelungen, unter die besten Vier zu kommen und mich damit für die 37. Internationale Informatikolympiade in Sucre, der Hauptstadt von Bolivien (obwohl der Regierungssitz in La Paz ist), zu qualifizieren. Nach einem Flug von Frankfurt nach Madrid, dann einem sehr langen Flug nach Santa Cruz in Bolivien, einem längeren Aufenthalt dort am Flughafen und schließlich einem Flug nach Sucre sind wir dann am Sonntagabend des 28.07.2025 endlich angekommen (nach über einem Tag). Am nächsten Tag ging es zunächst mit der Practice Session und Opening Ceremony los, bevor wir uns danach noch einen Tag bei einer Stadtführung und Freizeit ausruhen konnten (was bei einer Höhe von 2800 m auch nötig war). Anschließend ging es am Mittwoch mit dem ersten fünfstündigen Contest weiter (das Format war ähnlich wie bei der BOI, die Aufgaben waren nur deutlich schwerer), danach hatten wir erneut Freizeit. Nach dem ersten Contest lag ich im Bronzebereich, die Punkte waren jedoch so eng, dass noch alles möglich war.
Am Donnerstag stand noch eine Exkursion zu einem interessanten Schloss in der Nähe an, bevor es am Freitag mit dem zweiten Contest weiterging. Hier lief es für mich leider nicht so gut, sodass ich am Ende zwar keine Medaille, aber eine „Honorable Mention“2 erhalten habe. Am Folgetag durften wir uns noch interessante Vorträge der Sponsoren anhören, bevor wir am Abend in der Closing Ceremony unsere Medaillen erhalten haben (für das deutsche Team 1x Bronze neben meiner Honorable Mention). Am Sonntag ging es schließlich wieder zurück nach Santa Cruz, wo wir eine Nacht übernachten mussten (Achtung: Mosquitos und Mücken, Santa Cruz liegt im Regenwald). Nachdem unsere Taschen am Flughafen noch von Hunden inspiziert wurden, konnten wir dann in unser Flugzeug zurück nach Madrid steigen und einen weiteren elfstündigen Flug genießen, bevor wir im Laufe des nächsten Tages wieder in Frankfurt angekommen sind.

Insgesamt war die IOI zwar richtig anstrengend, es war aber sehr interessant und hat sich damit auf jeden Fall gelohnt!

Pascal Atzler (Vorwort der Redaktion: Johannes Haubs)