Wer bei der Überschrift an einen Einbruch in die Winfriedschule denkt, liegt glücklicherweise falsch. Vom 03. bis zum 05.02.2026 fanden die 38. Fuldaer Schultheatertage statt. Zehn Schulen aus dem Landkreis Fulda von der 3. bis zur 12. Klasse beschäftigten sich drei Tage lang gemeinsam mit einer Schauspielerin/einem Schauspieler oder einem Theaterpädagogen/einer Theaterpädagogin intensiv mit dem Stück „Die Räuber“ von Schiller. Anschließend durften sie selbst ein hierzu passendes siebenminutiges Stück entwickeln, welches sie am 05.02 im Rahmen der Abschlussveranstaltung in der Aula der Winfriedschule präsentieren konnten.
In dem Drama „Die Räuber“ geht es um die Brüder Karl und Franz Moor. Franz ist eifersüchtig auf Karl und belügt seinen Vater, sodass Karl von zu Hause verstoßen wird. Karl ist verletzt und wütend und entschließt sich eine Räuberbande zu gründen. Er will gegen Ungerechtigkeit kämpfen, wird dabei aber selbst immer brutaler. Am Ende erkennt er, dass er Fehler gemacht hat, doch es ist zu spät. Die Botschaft für uns ist, dass Wut und das Gefühl von Ungerechtigkeit zu falschen Entscheidungen führen können und man auch beim Kampf für Freiheit Verantwortung übernehmen muss, damit man sich selbst und andere nicht zerstört.
Unser Stück „Ich bin mein Himmel und meine Hölle“ ist im Recherchetheater verwurzelt – einer Kunstform, die nicht auf erfundenen Texten basiert, sondern auf der intensiven Auseinandersetzung mit der Realität. Gemeinsam mit Barbara Gottwald (Theater mittendrin) starteten wir mit Aufwärmübungen, die uns auf das Herzstück des Projekts vorbereiteten: Interviews. In Kleingruppen sammelten wir echte Stimmen und persönliche Geschichten, die wir anschließend im Team auswerteten. Es gab Momente des Zweifels, wie aus den vielen Fragmenten ein Ganzes entstehen sollte. Doch durch Barbaras Offenheit und unsere eigenen Ideen fanden wir einen Weg. Wir entwickelten Szenen, gaben uns gegenseitig Feedback und feilten an der Verständlichkeit, bis aus vielen kleinen Teilen ein gemeinsames Stück gewachsen war. Das Ergebnis ist eine ehrliche Collage über den Selbstwert, Selbstzweifel und die innere Zerrissenheit – direkt aus dem Leben gegriffen.
In unserer Aula präsentierten wir und einige Schulen aus Fulda und Umgebung die Theaterstücke, die in den drei Tagen erarbeitet wurden. Bei den kreativen Stücken der anderen Schulen ist uns aufgefallen, dass man das Thema „Die Räuber“ vielfältig interpretieren und auf die Bühne bringen kann. Auch unser Stück „Ich bin mein Himmel und meine Hölle“ war ein großer Erfolg.
Geschrieben vom 10er-DS-Kurs der Winfriedschule
Persönliche Statements:
„Die Tage waren für uns sehr inspirierend. Besonders spannend war es, verschiedene Inszenierungen zum gleichen Thema zu sehen und dadurch neue Perspektiven im Theater kennenzulernen, auch auf abstraktere Formen des Schauspiels. Es war motivierend, andere Jugendliche in unserem Alter auf der Bühne zu erleben. Gleichzeitig sind wir als Gruppe enger zusammengewachsen. Insgesamt waren die Schultheatertage für uns eine rundum positive Erfahrung.“ Anni, Jolina, Toby
„Unser Highlight war Livias Schrei auf der Bühne! Zudem waren die Effekte toll. Danke an die Technik-AG der Winfriedschule!“ Hala, Amelie