400 Jahre Juden in der Rhön

Ein weiteres Mal durfte die Winfriedschule die Ausstellung „400 Jahre Juden in der Rhön“ in den eigenen vier Wänden Willkommen heißen. In den vergangenen Wochen konnten Schülerinnen und Schüler diese gemeinsam mit Ihren Lehrkräften exklusiv in eigens für die Ausstellung zur Verfügung gestellten Klassenräumen besichtigen. Dieses Angebot wurde vor allem in den Fächern Geschichte und Religion wahrgenommen und am vergangenen Freitag, den 02. Oktober, gipfelte dieses Angebot in einem Gespräch mit dem Hauptinitiator der Ausstellung: Herrn Dr. Imhof.

Zunächst war es die Klasse 9F, welche die Chance hatte, ihre eigenen Eindrücke und Fragen aus der Ausstellung direkt Herrn Dr. Imhof zu stellen. Gerade die regionale Verortung des Themas stieß auf Interesse bei den Jugendlichen, vor allem die Informationen über die vielen jüdischen Gemeinden in der Rhön, die es bis zur Zeit der Nationalsozialisten gab. Die Schülerinnen und Schüler wollten zudem wissen, wie Herr Dr. Imhof zu diesem Thema gekommen ist. Er betonte, dass er von der Aufarbeitung des Nationalsozialismus in seiner Jugend sehr geprägt wurde und machte dies am Beispiel der Ausschwitzprozesse in den 60er Jahren deutlich.

Im zweiten Teil der Veranstaltung stellt Herr Dr. Imhof den Themenkomplex des Antijudaismus in einer Präsentation vor. Anhand von Karten und Bildquellen machte Herr Dr. Imhof deutlich, inwiefern die Jüdische Geschichte in Deutschland sowohl von Erfolgsgeschichten, wie beispielsweise der Abbildung des David und Salomon auf der Reichskrone des Heiligen Römischen Reiches, als auch von den vielen negativen Ereignissen, wie den antijüdischen Überfällen im Rahmen des Kreuzzugsaufrufs Papst Urban II geprägt worden sei.

Sowohl Herr Dr. Imhof als auch unser Schulleiter Herr Müller hoben im Rahmen der Veranstaltung die Relevanz dieses Themas vor allem in den aktuellen Zeiten noch einmal hervor, indem sie sich auf die Bischofskonferenz in Fulda bezogen, die erst einen Tag zuvor genau das Thema des zunehmenden Antisemitismus und den Aufstieg der AFD adressierte. Mit diesem Appell, aber gleichzeitig auch von der Sonne eines spätsommerlichen Morgens empfangen, gingen die Schülerinnen und Schüler dann in die wohlverdienten Herbstferien.

Thorben Emmerich