Wissenschaftskommunikation wird an der Winfriedschule großgeschrieben. So ist es nicht verwunderlich, dass die Aula aus allen Nähten platzte, als es am Freitag um 18.00 Uhr endlich los ging.
Adele Bhandari, Lisa Schmitt und Noemi Will begrüßten herzlich alle Gäste und führten souverän und kurzweilig durch das abwechslungsreiche Programm. Ein Interview mit dem ehemaligen Winfriedschüler Dr. Johannes Koeth bildete dabei den Anfang. Luise Köhne-Volland und Julia Kimmel stellten Fragen zu seiner „aktiven Zeit“ als Winfriedschüler sowie seiner Rolle als Firmengründer und Geschäftsführer der Firma nanoplus. Dabei erinnerte sich Dr. Koeth an seine ehemaligen Physiklehrer, Herrn Klemm und Herrn Hosenfeld, die ihn nachhaltig prägten. Der Vorschlag der Geschäftsgründung kam von seinem Professor während einer gemeinsamen Autofahrt, teilte Dr. Koeth schmunzelnd mit. Im anschließenden, kurzweiligen Vortrag fasst er die Idee des Unternehmens zusammen: Im Zentrum steht die Produktion von Lasern, die mit einer von ihm erfundenen Technik in beliebigen Wellenlängen einsetzbar sind. Mittlerweile bietet er über 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Standorten Meiningen und Gerbrunn hochqualifizierte Arbeitsplätze. Die nicht einmal stecknadelgroßen Laser werden rund um die Welt verkauft und kommen in den Branchen Prozesskontrolle, Umwelt, Medizin und Forschung zum Einsatz. Besonders stolz sei er, dass seine Laser sogar im Marsrover herumführen. Abschließend ermunterte Herr Dr. Koeth die Schülerinnen und Schüler, mit MINT-Wissen ihr Leben, so wie er, auch beruflich zu gestalten. MINT böte die Chance, neugierig Fragen zu stellen und diese auch zu lösen.
Genau das wiederum konnte das Publikum unmittelbar miterleben. Die Schülerinnen und Schüler präsentierten nun die Klärung von Fragen aus dem MINT-Bereich. Den Beginn machte Henriette Drechsel, die mit ihrer Fragestellung: „Woher wissen wir, wie weit ein Stern entfernt ist?“ letztes Jahr im Bundesfinale von Jugend präsentiert den 4. Platz erreichen konnte. Cara Reiff und Rebacca Klier, Finalistinnen im hessischen Landesfinale von Jugend präsentiert, erklärten dem Publikum in einer eindrucksvollen Präsentation, wieso das Herz schneller schlägt, wenn man aufgeregt ist, und konnten sich damit in die Herzen des Publikums reden, denn diese Präsentation gewann am Ende den Publikumspreis aller Präsentationen des Abends.
Ida Krack aus der Klasse 8, ebenfalls Finalistin im hessischen Landesfinale, erläuterte mithilfe einer einprägsamen und strukturierten Präsentation, dass es an der Verdunstung des Wassers auf unserer Haut liege, warum man aus dem Wasser kommend immer friert.
Wer meint, dass Physik oftmals langweilig und „staubig“ sein muss, der wurde an diesem Abend eines Besseren belehrt. Philip Simon und Jakob Kiel ließen einen Aluminiumschmetterling schweben und lenkten einen Wasserstrahl mithilfe eines Luftballons ab. Helena Bräscher und Johanna Brang erklärten zusammen mit Rebecca Klier und Cara Reiff den Unterschied von träger und schwerer Masse. Dabei zeigten sie in einem Experiment, dass ein Zeitungspapier härter sein kann als eine Holzleiste. Besonders eindrücklich jedoch war, als der Schulleiter Herr Müller mit einem Holzhammer auf den Oberkörper des Physiklehrers Lindenthal schlug – jenem dabei jedoch nichts passierte. Die träge Masse von 40kg Blei verhinderte Schlimmeres.
Dass Chemie die Wissenschaft der Stoffumwandlung ist, zeigten sehr augenscheinlich und eindrucksvoll Schüler des Chemie LKs von Frau Kröll. Styropor, das „verschwindet“, und Flüssigkeiten, die ihre Farbe wie bei einer Ampel verändern, sowie der laute Knall eines explodierenden Wasserstoffballons waren Showeffekte, die allen in Erinnerung bleiben werden.
Den Abschluss der Veranstaltung bildeten zwei Präsentationen aus der Physik. Livia Rupp, Drittplatzierte im Bundesfinale von Jugend präsentiert, klärte dabei die Frage, wie die Zeit im Weltall vergeht und verblüffte die Zuhörerinnen und Zuhörer damit, dass man jünger werde, wenn man sich nur schnell genug bewege. Merle Jahn und Lotta Weßler, die das hessische Landesfinale 2026 von Jugend präsentiert erreicht haben, widmeten sich der interessanten Frage, wie Polarlichter entstehen. Mit einer erstaunlichen Ruhe und Souveränität erläuterten sie, wie Teilchen aus der Sonne die Moleküle der Luft zum Leuchten anregen und es so zu den vielen bunten Erscheinungen am Himmel kommt.
Dass die Winfriedschule seit Jahren sehr erfolgreich im naturwissenschaftlichen Präsentieren ist, hob der Schulleiter Herr Müller am Ende der Veranstaltung noch einmal deutlich hervor. Im Bundesfinale von Jugend präsentiert errangen die Winfriedschülerinnen Jolina und Olivia Kratz, Livia Rupp und Henriette Drechsel die Plätze 2, 3 und 4. Zu diesem außergewöhnlichen Erfolg gratulierte er, auch im Namen von Kultusminister Schwarz, und übergab ihnen jeweils eine Urkunde.
Zum Schluss bedankte sich Herr Müller bei allen Beteiligten, besonders bei Herrn Lindenthal, der diese Veranstaltung organisierte.
(Martin Lindenthal)




















